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Legasthenie oder Dyskalkulie ist keine Schwäche, Störung, Krankheit oder gar Behinderung. Es sind jedoch komplexe Phänomene, die sich negativ und daher lebensbestimmend für Betroffene auswirken können. Helfen Sie deshalb Ihrem Kind rechtzeitig, wenn es Schreib-, Lese- oder Rechenschwierigkeiten hat, damit es zu keinen zusätzlichen psychischen Komplikationen kommt. Verständnis und eine individuelle Methodik sichern den Erfolg!

Frau Dr. Astrid Kopp-Duller, Präsidentin des Ersten Österreichischen Dachverbandes Legasthenie, hat mit ihren Forschungsarbeiten in Österreich, in der Schweiz und in den USA einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von pädagogisch-didaktischen Methoden geleistet, die es legasthenen und dyskalkulen Menschen ermöglichen, das Schreiben, Lesen und Rechnen ausreichend zu erlernen.

"Legasthene und dyskalkule Menschen haben eine besondere Informationsverarbeitung und dadurch bedingt eine besondere Lernfähigkeit, welche an die pädagogisch-didaktische Interventionsebene hohe Anforderungen stellt."

Dr. Astrid Kopp-Duller

Dr. Astrid Kopp-Duller

    Die Autorin gibt weiters einen Überblick über folgende Themen:
  • Definitionen von Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen
  • Genbedingte und erworbene Schreib-, Lese- und/oder Rechenprobleme
  • Die Rolle der Sinneswahrnehmungen
  • Die Relevanz der pädagogischen Intervention
  • Die AFS-Methode - Ein Meilenstein der pädagogischen Forschung
  • Ideen für den Unterricht von legasthenen oder dyskalkulen Menschen
  • Computerunterstütztes Training
  • Eltern helfen ihren Kindern

Vorwort zur 5. Auflage

In den letzten Jahren hat sich erfreulicherweise vieles zum Positiven für Menschen, die von Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen betroffen sind, geändert. Trotzdem ist noch viel Erklärung und Aufklärung notwendig!

Deutlich verbessert hat sich die Hilfe auf pädagogisch- didaktischer Ebene durch die nun zahlreichen Spezialisten, die ihr Wissen und ihre Hilfe den Betroffenen zur Verfügung stellen und damit einen unschätzbaren Beitrag nicht nur zum besseren Verständnis der gesamten Thematik leisten, sondern auch wesentlich dazu beitragen, dass Schüler oder auch Erwachsene mit Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen großartige Fortschritte und damit Erfolge erzielen.

Der legasthene Mensch 5. Auflage
Im Jahre 1997, als die Originalausgabe dieses Buches erschienen ist, war die Tatsache, dass es intelligente Menschen gibt, die aber trotzdem das Schreiben, Lesen oder Rechnen in der Schule mit den dort angebotenen Methoden nicht ausreichend erlernen können, bedauerlicherweise eher weniger populär. Ein grundsätzliches Verständnis für diese besonderen Menschen, was natürlich ein Wissen über die Thematik voraussetzt, war nicht oder nur selten vorhanden. Vielmehr war man schnell mit Vorurteilen bei der Hand.

Die Jahrzehnte andauernde historisch bedingte Pathologisierung der Problematik - als Schwäche, Störung, Krankheit oder gar Behinderung - zeigte Wirkung und tut es auch wohl dort und da noch heute, weil es Menschen gibt, die nichts dazulernen wollen. Eine positive Zusammenarbeit der verschiedenen Interventionsebenen - der pädagogischen Ebene und der Gesundheitsebene - ist bis heute nicht ausreichend gelungen, zu unterschiedlich sind die Ansichten über die gesamte Problematik.

Es muss ein erklärtes Ziel sein, gegen diese veralteten Ansichten, die sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt haben, zu wirken und zu zeigen, dass Menschen mit Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen grundsätzlich nicht schwach, gestört, krank, behindert oder gar dumm oder faul sind und dass man mit auf ihre speziellen Anforderungen abgestimmten pädagogisch-didaktischen Interventionen ausgezeichnete Erfolge erzielen kann.

Legasthene und dyskalkule Menschen haben eine besondere Informationsverarbeitung. Sie verarbeiten Sinneseindrücke anders, besonders jene, die mit dem Schreiben, Lesen und Rechnen zusammenhängen. Sie haben also eine andere Sinneswahrnehmung und haben deshalb eine eigene andere Lernfähigkeit. Schulische Standardmethoden reichen zumeist für legasthene oder dyskalkule Menschen nicht aus, das Schreiben, Lesen oder Rechnen im notwendigen Ausmaß, so wie es unsere Gesellschaft fordert, zu erlernen.

Legasthene und dyskalkule Menschen benötigen deshalb auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Lehrmethoden. Bei Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen, die nicht aus psychischen oder physischen Gründen erworben worden sind, muss in erster Linie immer Hilfe auf pädagogischer Ebene erfolgen.

Der legasthene Mensch
Die pädagogische Forschung hat Methoden entwickelt, die sich ausgezeichnet dafür eignen, diesen Menschen zu helfen.

Speziell das pädagogische AFS-Testverfahren zur Feststellung einer eventuell vorhandenen Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche und/oder Dyskalkulie, Rechenschwäche und die AFS-Methode, ein Meilenstein der pädagogischen Forschung, mit ihren einerseits festgelegten Strukturen, andererseits frei einsetzbaren bzw. wählbaren Elementen, ist eine seit nunmehr über 10 Jahre bewährte pädagogisch-didaktische Methode, mit der es LegasthenietrainerInnen, LehrerInnen, aber auch Eltern möglich ist, Kindern, die von Schreib- und/oder Leseproblemen bzw. Rechenproblemen betroffen sind, gezielt und individuell zu helfen.

Unzählige Kinder haben inzwischen von dieser einzigartigen Entwicklung der neueren pädagogischen Forschung profitiert!

Ihnen konnte durch die AFS-Methode ermöglicht werden, auch das Schreiben, Lesen und Rechnen in angemessener Weise zu erlernen, indem man dabei hilft, die Sinneswahrnehmungen zu schärfen, also unter anderem das visuelle und auditive Bewusstsein zu fördern, die Aufmerksamkeitsfokussierung beim Schreiben, Lesen und Rechnen zu gewährleisten und eine individuelle Förderung im Schreib-, Lese- und Rechenbereich den Betroffenen zuteil werden zu lassen.

Wie schon erwähnt, hilft heute eine beachtliche Anzahl von Spezialisten Betroffenen auf pädagogisch-didaktischer Ebene, sich im Schreib-, Lese- oder Rechenbereich besser zurechtzufinden und den Erwartungen in der Schule zu entsprechen. An diese Legasthenie- und DyskalkulietrainerInnen richte ich meinen herzlichen Dank für die Hilfe, die sie täglich Menschen mit Schreib-, Lese- und/oder Rechenproblemen zuteil werden lassen!

Danke!
Bedanken möchte ich mich nochmals bei allen legasthenen und dyskalkulen Menschen, die indirekt mitgeholfen haben, dass in dieses Druckwerk so viele praktische Erfahrungen einfließen und damit weitergegeben werden konnten.

Unsere Hochachtung sollte diesen besonderen Menschen gehören, die mit viel Tapferkeit mit ihrer besonderen Sinneswahrnehmung umgehen - die nur im Schreib-, Lese- oder Rechenbereich unerwünschte Auswirkungen zeigt - und die mit jener Toleranz den Unverstand vieler ihrer Mitmenschen ertragen, die ihnen selbst so oft verweigert wird. An der Verhaltensweise dieser besonderen Menschen könnten sich so manche Mitmenschen ein Beispiel nehmen.

In der vorliegenden Auflage wurde auf das Kapitel mit den gesetzlichen Gegebenheiten in Österreich verzichtet, weil es nur einen kleinen Teil der Leser betrifft.

Zusammenfassung:
  • Angebot an pädagogisch-didaktischer Hilfe besser denn je
  • Legasthene und dyskalkule Menschen haben eine besondere Informationsverarbeitung und deshalb eine besondere Lernfähigkeit
  • Das AFS-Testverfahren und die AFS-Methode sind Meilensteine der pädagogischen Forschung
  • Wichtig ist unter anderem, das visuelle und auditive Bewusstsein zu fördern
  • Die Toleranz dieser Menschen sollte erwidert werden

Dr. Astrid Kopp-Duller im März 2010

Inhalte

  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur zweiten, erweiterten Auflage
  • Vorwort zur dritten, erweiterten Auflage
  • Vorwort zur vierten, erweiterten Auflage
  • Vorwort zur fünften, überarbeiteten Auflage
  • Zur pädagogischen Definition für Schreib-, Lese- und Rechenprobleme
  • Pädagogische Definition
  • Legasthenie oder Dyskalkulie ist keine Krankheit oder Behinderung!
  • Wichtig ist das rechtzeitige Erkennen
  • Die Rolle der Sinneswahrnehmungen
  • Die Optik oder die visuelle Wahrnehmung
  • Die Akustik oder die auditive Wahrnehmung
  • Die Raumwahrnehmung
  • Die Einteilung der Sinneswahrnehmungen
  • Das missverstandene legasthene oder dyskalkule Kind
  • Anzeichen gibt es schon im Vorschulalter
  • Jeder Schüler sollte einen Nutzen aus dem Schulunterricht ziehen
  • Allgemeine praktische Ideen für den Unterricht von legasthenen und dyskalkulen Schülern
  • Wie Eltern ihrem legasthenen oder dyskalkulen Kind helfen können
  • Es gibt nicht nur eine "Buchstabenallergie", sondern auch eine "Zahlenallergie"!
  • Wahrnehmungsfehler sind keine Rechtschreibfehler
  • Hilfe führt zum Erfolg
  • Verständnis und die notwendige Hilfestellung Testverfahren Testauswertung Planung
  • Durchführung von Fördermaßnahmen
  • Die AFS-Methode Attention - Function -Symptom
  • Ständige Kontrolle
  • Computerunterstütztes Legasthenie- und Dyskakulietraining führt zum Erfolg
  • 30 Fragen zum Thema
  • Nachwort
  • Literaturliste
  • Adressen
  • Weitere Informationen

30 Fragen

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Der legasthene Mensch
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5. überarbeitete Auflage
ISBN 978-3-902657-08-4

Impressum

Mit freundlicher Genehmigung;
Dyslexia Research Center AG sowie:

Erster Österreichischer Dachverband Legasthenie
Feldmarschall Conrad Platz 7
A-9020 Klagenfurt
Tel.: 0043 463 55660
Fax: 0043 463 55660
office@legasthenie.at
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